Archiv für September 2013

gemeinsame Anreise 21.09.2013 von Leipzig nach Dresden


Die Antifaschistische Offensive Leipzig unterstützt die Demo
am 21.09.2013 in Dresden und organisiert die gemeinsame
Anreise von Leipzig nach Dresden !Damit folgen wir
dem Aufruf zur “Wahllos Glücklich” Demo von der URA Dresden .
Auch wir wollen an diesen Tag ein Zeichen setzen und
die damit verbundene Kritik am Wahl-Spektakel auf die Straße tragen .
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Zugtreffpunkt für Leipzig am Hauptbahnhof
21.09.2013 – 14.30 Uhr – Gleis 18
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Wer will kann uns bei Interesse oder Rückfragen eine
Mail schreiben an
A.O.Leipzig@gmx.net.

Aktuelle Infos findet ihr unter anderem hier!

Aufruf zur Antifa Demo am 2. November 2013 in Burg


In die Offensive!
Schluss mit Naziterror und Repression!
Linke Politik verteidigen!

Gezielte Angriffe organisierter Nazis und Nazi-Hools sowie Einschüchterungsversuche in Form von Bedrohungen und Sachbeschädigungen; dazu Gerichtsverfahren, Haftstrafen, willkürliche Personenkontrollen, Observationen und Hausdurchsuchungen: Dem sind Antifaschistinnen und Antifaschisten in den letzten Monaten in Burg (Sachsen-Anhalt) ausgesetzt, einer Stadt mit gerade einmal 23.000 Einwohnern. Diese Mischung aus Naziterror auf der einen und die staatliche Repression auf der anderen Seite macht es antifaschistischen Strukturen vor Ort nicht nur schwer, weiterhin ihre Arbeit durchzuführen, sondern ist, wie man es in diesem Jahr schon oft sehen konnte, sehr gefährlich. Um nicht wie beispielsweise Delitzsch (Sachsen) oder viele andere Kleinstädte zu enden, in der Nazis ungestört handeln können und die einen Angstraum darstellen für AntifaschistInnen, MigrantInnen und allen anderen Menschen, die nicht in das Weltbild der Nazis passen, ist es an der Zeit, in die Offensive zu gehen und Schluss mit Naziterror und Repression zu machen.

Nazistrukturen und ihre bundesweiten Vernetzungen

Als sich im Jahr 2006 das „Freie Netz (FN)“ gründete, das einen Zusammenschluss von „Freien Kameradschaften“ aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen darstellte, schafften es die bisher wenig organisierten Nazis aus Burg, ihre Strukturen regional zu stärken und sich überregional zu vernetzen, was sich zum Teil in ihren Aktivitäten widerspiegelte. So war es ihnen beispielsweise möglich, mehr als 300 Nazis aus ganz Deutschland zu einem nur intern beworbenen Aufmarsch nach Burg zu mobilisieren und sich über mehrere Jahre hinweg bei etlichen weiteren Aufmärschen als Ordner zur Verfügung zu stellen.

Nachdem es Anfang 2009 dann zu Machtkämpfen innerhalb des „FN“ kam, verließen die Nazis aus Burg diesen Zusammenschluss und gründeten mit weiteren Nazis aus der Börde und der Altmark das „Freie Netz Sachsen-Anhalt (FNSA)“, was allerdings nach nur einem Jahr wieder aufgelöst wurde und es im Anschluss zu keinen nennenswerten Naziaktivitäten mehr kam.

Das änderte sich im Jahr 2011, als erstmalig etwa 25 Nazis aus Burg und Möckern an dem sogenannten Trauermarsch in Magdeburg teilnahmen und ein Transparent mit der Aufschrift „Aktionsgruppe Burg (AGB)“ mitführten. Es folgte eine monatelange Serie von Naziaktionen in Burg, die dieser Gruppe zuzurechnen waren. Dabei war überraschend, dass nicht mehr Nazis das Sagen hatten, die zuvor im „FN“ eingebunden waren, sondern bisher im Hintergrund agierende Nazis unter Führung von Susanne K.. Nachdem sich dann auch diese Gruppe nach einer ganzen Reihe antifaschistischer Aktionen Ende 2011 auflöste, war es erneut mehrere Monate ruhig. Nun aber, seit Januar 2013, führen Nazis aus dem ehemaligen „Freien Netz“ und der „Aktionsgruppe Burg“ gemeinsame Aktivitäten durch, die sich hauptsächlich gegen regionale AntifaschistInnen richten.

Gezielter und kontinuierlicher Naziterror

Als sich am 12. Januar 2013 eine Gruppe von AntifaschistInnen auf dem Rückweg von den Anti-Nazi-Aktionen gegen einen Naziaufmarsch in Magdeburg befand, wurde diese am Bahnhof in Burg schon von zwei Neonazis aus einem Auto heraus beobachtet. Das Auto entfernte sich schnell wieder. Wenig später und ein paar Straßen weiter griffen dann etwa 25 Nazis und Nazi-Hools (u.a. aus Magdeburg) eine kleine Gruppe von Antifas an und verletzten einige davon so sehr, dass sie sich ambulant behandeln lassen mussten.

Dieser Vorfall war der erste Neonaziangriff auf AntifaschistInnen seit mehr als zwei Jahren in Burg, weitere folgten in den darauffolgenden Monaten. So versuchten am 9. Mai 2013 etwa zehn zum Teil bewaffnete Nazis in der Innenstadt von Burg, ihnen bekannte Antifas anzugreifen. Zwei Monate später, am 11. Juli 2013 kam es wieder zu einem Angriffsversuch, diesmal wieder mit Unterstützung von Nazis aus Magdeburg und anderen Regionen. Dabei lauerten die Angreifer vor einem Wohnhaus, das auch von Menschen bewohnt wird, die sich gegen menschenverachtendes Gedankengut engagieren. Die Nazis versuchten hier, mehrere ihnen bekannte AntifaschistInnen mit Teleskopschlagstöcken und Pfefferspray zu attackieren.

Dass es bei den Angriffen von Mai und Juli 2013 nur bei Versuchen blieb, lag dabei einzig und allein daran, dass sich die betroffenen Menschen zur Wehr setzten und es den Nazis nicht möglich war, größeren körperlichen Schaden anzurichten.

Neben diesen Attacken kam es in diesem Jahr zu mehreren gezielten Einschüchterungsversuchen durch Nazis. So ist derzeit ein Wohnhaus in der Innenstadt von Burg regelmäßig Ziel von Naziaktivitäten: Angefangen bei einer eingeworfenen Eingangstür über zerstörte Fahrräder bis hin zu mehreren Neonazisprühereien gab es an diesem Gebäude von Mai bis September regelmäßig Naziaktionen. Darüber hinaus ist seit Januar 2013 zu beobachten, dass meist an den Wochenenden Autos mit mehreren Nazis durch die Stadt fahren und nach AntifaschistInnen oder anderen Menschen suchen, die für die Nazis als politische GegnerInnen in Betracht kommen. Indem sie an ihnen in Schrittgeschwindigkeit vorbei fahren, versuchen sie, eine Drohkulisse aufzubauen.

Die Täter beim Namen nennen

Bei der Ausführung solcher Aktionen handelt es sich um eine kleine Anzahl bekannter Nazis, die meist in zwei Gruppen auftreten: Einerseits Kevin S., Chris A., Ingo Z., Michel S. und Christian H., die früher im „Freien Netz“ organisiert waren. Andererseits Susanne K., Marcus G., Bianca S., und Martin T., die in den vergangenen Wochen vermehrt in Erscheinung traten und teils in der „Aktionsgruppe Burg“ aktiv waren.

Martin T., der zum ersten Mal beim Naziaufmarsch am 3. August 2013 in Bad Nenndorf (Niedersachsen) in Erscheinung trat und seitdem regelmäßig an solchen Aktivitäten beteiligt ist, war zwar weder im „FN“ oder der „AGB“ organisiert, saß allerdings eine siebenjährige Gefängnisstrafe wegen Totschlags und gefährlicher Körperverletzung ab, nachdem er am 30. Januar 2004 den 46-jährigen Martin Görges in Burg mit Hilfe weiterer Nazis brutal ermordet hat. Die Nazis schlugen dabei erst ihr Opfer zusammen, das sie angeblich für einen Kinderschänder hielten, und töteten den Mann daraufhin mit einem sogenannten „Bordsteinkick“. Die Tatausführung, für die hauptsächlich Martin T. verantwortlich war, weshalb er auch die längste Haftstrafe bekam, entnahmen die Nazis dem Film „American History X“.

Ingo Z. war darüber hinaus vor mehreren Jahren in Niedersachsen aktiv, genauer gesagt in Braunschweig. Der 30-Jährige machte dort eine Lehre zum Gas- und Wasserinstallateur und gehörte zur sogenannten „Kameradschaft Skinheads Braunschweig“. Er stellte seine damalige Wohnung als Treffpunkt für Nazis zur Verfügung, beteiligte sich an Angriffen auf MigrantInnen und organisierte ein als Geburtstagsfeier getarntes Nazikonzert im Braunschweiger Stadtteil Wenden.

Bei den genannten Täterinnen und Täter, die in Burg immer wieder AntifaschistInnen angreifen und versuchen, sie mit unterschiedlichen Mitteln einzuschüchtern, handelt es sich um seit Jahren organisierte Nazis bis hin zu faschistischen Mördern, die auch in anderen Regionen aktiv waren beim Aufbau von Nazistrukturen halfen. Deshalb ist es auch vollkommen legitim, diese Täterinnen und Täter aus der Anonymität zu holen und es ihnen unmöglich zu machen, weiter ungestört ihrem Treiben nachzugehen.

Staatliche Repression macht Nazis den Weg frei

Dass es bisher nicht möglich war, diesen Naziterror zu beenden, der von namentlich bekannten Nazis ausgeht, liegt hauptsächlich an der staatlichen Repression gegen antifaschistische Strukturen in Burg. So kam es Anfang des Jahres zu einer ganzen Reihe von Gerichtsverfahren gegen Menschen, die sich an den Protesten gegen einen Nazigroßaufmarsch am 14. Januar 2012 in Magdeburg beteiligt hatten. Darüber hinaus wurden antifaschistische Aktionen, die sich beispielsweise gegen die nächtlichen Naziautofahrten und die Teilnahme der Nazis am „Mai-Feuer“ in Burg richteten, von der Polizei unterbunden. Eine hinzugezogene Hundertschaft der Bereitschaftspolizei aus Magdeburg verfolgte und kesselte jeweils willkürlich AntifaschistInnen ein, um deren Personalien aufzunehmen und sie anschließend zu kriminalisieren.

Hausdurchsuchungen zu einem Zeitpunkt, als eine antifaschistische Kampange gegen die Nazistrukturen im Landkreis (Jerichower Land) startete, regelmäßige Personenkontrollen im Stadtgebiet von Burg und mehrere Observationen von Wohnhäusern sind weitere Maßnahmen, die deutlich machen, mit welchem Nachdruck staatliche Repressionsorgane versuchen, die über Jahre aufgebauten antifaschistischen Strukturen zu zerschlagen. Dass diese Kriminalisierung gerade in Sachsen-Anhalt stattfindet – einem Bundesland, in dem es tagtäglich zu faschistischen und rassistischen Übergriffen kommt – ist erschreckend und führt nun auch in Burg dazu, dass sich Nazis zu weiteren Aktionen ermutigt fühlen, die für viele Menschen sehr gefährlich sind.

Bundesweite Kriminalisierung linker Politik

Nicht nur in Burg geht der Staat gegen antifaschistische und fortschrittliche Strukturen vor – sondern immer dann und überall, wo antifaschistischer Protest und Antifa-Aktionen Erfolg haben und sich nicht mehr vom Staat vereinnahmen lassen, wird versucht, diesen Protest zu be- und verhindern. Ein gutes Beispiel dafür ist das derzeitige §129-Verfahren in Sachsen: Nachdem nach Jahren des beharrlichen Engagements der größte Naziaufmarsch Europas in Dresden verhindert werden konnte, schlägt der Staat um sich. So wurden die Wohnungen von über 20 Personen durchsucht und verschiedenste Dinge beschlagnahmt, mehrere tausend Telefondaten willkürlich gespeichert und zuletzt im thüringischen Jena durch das sächsische Landeskriminalamt die Wohnung des Jugendpfarrers Lothar König durchsucht sowie dessen Fahrzeug beschlagnahmt.

Hausdurchsuchungen im Mai 2013 im Zusammenhang mit Ermittlungen in einem bundesweiten §129-Verfahren (Bildung einer kriminellen Vereinigung) sind darüber hinaus ein weiterer Höhepunkt staatlicher Repression in Deutschland. So wird den Betroffenen vorgeworfen, mit den „Revolutionären Aktionszellen (RAZ)“ eine Nachfolgeorganisation der sogenannten „militanten gruppe (mg)“ gebildet und bei der Herausgabe der Zeitschrift „radikal“ mitgewirkt zu haben. Dass diese Durchsuchungen und weitergehende Ermittlungen nur wenige Tage nach Beginn des NSU-Prozess stattfanden, scheint nicht verwunderlich. So schaffte es der Staat mit den öffentlichkeitswirksam inszenierten Durchsuchungen, das Medieninteresse von der Tatsache abzulenken, dass der Staat über Jahre Nazis unterstützte und es ihnen so ermöglichte, mordend durch Deutschland zu ziehen. Die Extremismusdoktrin sorgt dafür, dass linke Politik und nationalsozialistischer Terror gleichsetzt werden.

Zeit für offensiven & konsequenten Antifaschismus

Um Naziterror und Repression zu beenden, ist es an der Zeit, einen Antifaschismus zu organisieren, der dafür sorgt, dass Antifaschistinnen und Antifaschisten nicht auf Naziaktivitäten reagieren müssen, sondern den Nazis schon im Vorfeld – Tag für Tag, offensiv und konsequent – entgegengetreten wird. Die dafür nötigen Aktionsformen müssen dabei vielfältig, offensiv und entschlossen sein. Wenn wir jetzt nicht handeln, ist es den Nazis möglich, ihre Strukturen weiter zu festigen und auszubauen. Somit wird es immer schwerer, das Problem zu bekämpfen, dem nicht nur für AntifaschistInnen in Burg, sondern auch viele MigrantInnen und andere Menschen, die nicht in das Weltbild der Nazis passen, ausgesetzt sind – ein Problem, das tödlich enden kann, wie etwa im Jahr 2004 in Burg.

Dass man sich in diesem und allen anderen Kämpfen für eine bessere Gesellschaft ohne Ausbeutung und Unterdrückung nicht auf den Staat verlassen kann, da er Teil des Problems ist, sollte allen klar sein. Denn wie auch schon in den letzten Monaten wird der Staat weiterhin versuchen, antifaschistische und fortschrittliche Strukturen zu kriminalisieren und, wenn möglich, zu zerschlagen. Davon lassen wir uns nicht einschüchtern – sondern bringen unsere Solidarität mit den Opfern faschistischer Gewalt und staatlicher Repression in einer kraftvollen und offensiven Demonstration am Sonnabend, 2. November 2013, in Burg zum Ausdruck. Tragen wir unsere Wut über die derzeitigen Zustände auf die Straße und sorgen dafür, dass diese Zustände beendet werden.

Kampf dem Naziterror und der Repression in der Provinz!
Den antifaschistischen Selbstschutz organisieren!
Keine Kriminalisierung linker Politik in Burg und anderswo!

Weitere Infos zur Antifa Demo findet ihr hier!

Pressemitteilung: Antirassistische Demonstration in Rackwitz


200 Menschen demonstrieren gegen rassistische Mobilisierung in Rackwitz und fordern einen solidarischem Umgang und menschenwürdige Unterbringung von Asylsuchenden in Nordsachsen wie überall

Am Samstag, dem 14.09.2013, demonstrierten im nordsächsischen Rackwitz 200 Menschen unter dem Motto “Pogrome verhindern bevor sie passieren” gegen die rassistischen Mobilisierung der Bürger_inneninitiative (BI) “Rackwitz 2.0″ und gegen die deutsche Asylpolitik.

Hintergrund der Demonstration ist die rassistische Stimmungsmache, die sich gegen den Plan der Landkreisverwaltung eine Unterkunft für Asylsuchende zu schaffen, richtet.

Auf einer Gemeinderatssitzung am 29.08.2013 war es zu lautstarken, mobartigen Ausbrüchen anwesender Bürger_innen gekommen. Die eigens gegründete BI Rackwitz 2.0 hatte in kürzester Zeit 1200 Unterschriften gegen das Vorhaben gesammelt. Nach unseren Informationen kam es darüber hinaus zu Anfeindungen gegenüber jenen Bürger_innen, die sich dem Protest nicht anschließen wollten.

“Die Demonstration war eine notwendige und wichtige Intervention, um der schwelenden Stimmungsmache gegen Asylsuchende etwas entgegenzusetzen.” so Tim Knopf, Sprecher des Bündnisses. “Wir freuen uns besonders, dass mehrere Einwohnerinnen und Einwohner der Gemeinde vor Ort waren und sich solidarisch mit unserem Anliegen zeigten. Wir bieten jenen, die sich der feindlichen Stimmung widersetzen wollen, weitere Unterstützung an.”

Der Großteil der Rackwitzer_innen allerdings war dem Aufruf der BI gefolgt, der Demonstration fernzubleiben. Zusammen mit den rassistischen Aufklebern, die die Wegstrecke der Demonstration säumten, und den dominanten NPD-Wahlkampfplakaten, herrschte in Rackwitz eine gespenstische Stimmung.

Am Freitag hatte die NPD ihre Kundgebung, die sich ebenfalls gegen die Einrichtung eine Geflüchtetenunterkunft richtete, nach Absprachen mit der Bürger_inneninitiative zurückgezogen. Dazu Knopf: “Es verwundert uns nicht, dass die BI bereit ist gemeinsame Sache mit der NPD zu machen und sich auf strategische Absprachen mit dieser einzulassen. Die Initiative “Rackwitz 2.0″ hatte darüber hinaus behauptet, auch die Initiatorinnen und Initiatoren der heutigen antirassistischen Demonstration zum Rückzug ihrer Anmeldung aufgefordert zu haben – dies entspricht aber keinesfalls den Tatsachen. Verleumdungen und Lügen scheinen für die BI ein probates Mittel zu sein, um antirassitische Positionen zu diskreditieren. Viel mehr wundert uns jedoch, dass die lokale Presse diese Behauptungen unhinterfragt übernimmt.”, so Tim Knopf.

“Wir werden keine Ruhe geben und wieder in Rackwitz oder in anderen Orten im Landkreis Nordsachsen auftauchen, wenn sich Bürgerinnen und Bürger gegen Asylsuchende zusammenschließen. Wir fordern außerdem, dass geflüchtete Menschen nicht nur solidarisch empfangen werden sollen, sondern auch eine grundlegende Trendwende in der deutschen Asylpolitik stattfinden muss. Dazu gehört die menschenwürdige Unterbringung Geflüchteter. Sie sollen nicht in Massenunterkünften leben müssen, sondern selbstbestimmt in eigenen Wohnungen. In diesem Sinne begrüßen wir, dass der Plan der Inbetriebnahme des ehemaligen Rackwitzer Lehrlingswohnheimes höchstwahrscheinlich fallen gelassen worden ist. Keinem Menschen ist eine solche Unterbringung, inmitten einer solchen feindlichen Stimmung zuzumuten.” Seit Ende August ist bekannt, dass das nordsächsische Landratsamt fünf Unterkünfte für Asylsuchende eröffnen will, wovon bisher keines bekannt ist, ausgenommen vom Vorhaben in Rackwitz. Dass die Lebensbedingungen für Flüchtlinge dort menschenwürdig sind ist nicht abzusehen, vielmehr ist wahrscheinlich, dass Asylsuchende auch dort angefeindet und unter schlechten Bedingungen untergebracht sein werden.”

Weitere Infos findet ihr hier!

Aufruf zur Antifa Demo am 14.9.2013 in Rackwitz


Pogrome verhindern, bevor sie passieren! Keine Chance für rassistische Brandstifter_innen!

“Meine Nichte meinte, es gibt zwei Möglichkeiten: sie fackeln es jetzt ab oder wenn sie [die Asylsuchenden] drinne wohnen.” Eine Frau auf den Weg zur Sitzung am 29.8.2013 in Rackwitz

In Rackwitz, bei Leipzig, soll eine Unterkunft für Asylsuchende entstehen. Wie überall in den vergangenen Monaten in Deutschland rotten sich auch hier Bürger_innen zusammen, die das verhindern wollen. Am 29.8. fand dazu die erste Bürger_innenversammlung statt. Mehr als 300 Menschen machten deutlich, dass sie eine Unterkunft in ihrer Stadt nicht zulassen werden. 1200 Unterschriften sollen sie schon gesammelt haben, in einer Gemeinde mit 5000 Einwohner_innen.

Die Versammlung in Rackwitz läuft genauso ab wie überall sonst. Die Stimmung ist geladen, jede Aussage, die dem Mob nicht passt, wird niedergebrüllt. Dabei teilt sich die Menge in jene, die ihre rassistischen Argumente offen artikulieren und jene, die keine Rassist_innen oder Nazis sein wollen und vermeintlich “sachliche Argumente” ins Feld führen: “So viele Menschen auf einen Raum, das geht nicht.”- “Die Bausubstanz des Gebäude entspricht nicht den Anforderungen.” oder “Die Grundstücke in der Umgebung würden an Wert verlieren.” Sie versuchen sich als besorgte und engagierte Bürger_innen, manche sogar als Humanist_innen, die sich scheinbar für die Asylsuchenden einsetzen.

Natürlich ist das Blödsinn, die absolute Mehrheit hat sich noch nie für das Geschehen in der Gemeinde interessiert. Und wie Asylsuchende in Deutschland leben müssen ist ihnen erst recht egal, sie sollen irgendwo hin, nur nicht in die eigene Nachbarschaft. Warum Menschen nach Deutschland kommen, ist für sie unwichtig. Sie möchten nicht rassistisch genannt werden. Aber so genannte “Ausländer” – die möchte man noch weniger. Der eigene latente Rassismus wird hinter vermeintlich sachlichen Argumenten versucht zu verstecken.

Der andere Teil, der aus seinen rassistischen Einstellungen keinen Hehl macht, weiß dass alle Ausländer “kriminell” sind und “hier” nicht her gehören, schon wegen der “Kultur”. Und gefragt hat sie sowieso keiner von “denen da Oben”. Daher drohen sie mal mehr oder weniger offen mit Gewalt. Wenn nicht sie es verhindern, dann die Nazis, auf die sie gerne verweisen.
Und diese Nazis sind bei solchen Veranstaltungen immer anzutreffen, begeistert von so viel Hass und Ablehnung und in Gedanken in der Zeit der rassistischen Pogrome der 1990er Jahre.

Vor dem Hintergrund dieser bedrohlichen Mischung verwundert es nicht, dass sich die NPD für den 14.9. in Rackwitz mit einer “Infostand-Kundgebung” angekündigt hat. Die NPD kommt, weil sie eine rassistische Partei ist und in Deutschland immer damit rechnen kann, auf Gleichgesinnte zu treffen.

Die Bürger_innen aus Rackwitz können sich am 14.9. auf Maik Scheffler freuen. Der heutige NPD-Multifunktionär hat Erfahrung mit diesem “Problem” und ist der tonangebende Nazi in der Region und darüber hinaus. Ende der 1990er kam es in Delitzsch, wo Scheffler bis heute wohnt und wirkt, zu Angriffen auf Unterkünfte von so genannten “Spätaussiedlern”. Scheffler gilt als Bindeglied zwischen NPD und der „freien“, militanten Naziszene. Noch heute ist er in der NPD maßgeblich für die Nachwuchsarbeit, für die Organisation von Parteileben und Aktionen verantwortlich.

Eingreifen, jetzt!

Rassismus beginnt nicht erst dort, wo Menschen um ihr Leben fürchten müssen. Rassismus heißt, dass so genannte Fremde in Deutschland auf eine geschlossene Gesellschaft treffen. Heißt, dass sie aufgrund ihrer Herkunft kaum Rechte haben. Dass ein Grundrecht auf Asyl hier faktisch nicht existiert. Dass Asylsuchende in Deutschland endlos schikaniert werden, durch Behörden und vor allem die Polizei.

In Deutschland redet man nicht mit Migrant_innen, sondern man redet über sie. Wenn man um über sie redet, dann, um über sie zu richten. In Deutschland stehen Migrant_innen außerhalb der Gesellschaft und werden nur eingelassen, wenn sie die totale Assimilation ans „Deutsche Wesen“ mitmachen oder sich als verwertbare Arbeitskräfte bewiesen haben.
Das ist der ganz alltägliche Rassismus, der diese Gesellschaft fundamental durchdringt. Dieser Rassismus wird nicht von selbst vergehen, daher bleibt es unsere Aufgabe, diese Gesellschaft so zu gestalten, dass alle Menschen hier ohne Angst und Ausgrenzung leben können. Das bedeutet sich Rassist_innen entschlossen in den Weg zu stellen – immer und überall.

Als Antirassist_innen und Antifaschist_innen ist es wichtig einzuschreiten, wenn der deutsche Mob sich zusammenrottet, sich gegen Asylsuchende in Stellung bringt und vor Gewalt nicht zurückschreckt. Wir werden es nicht bis zum Äußersten kommen lassen.

Dazu wird es gehören, die geistigen wie auch realen Brandstifter_innen und ihre Kumpan_innen auch in Rackwitz zu stoppen. Besser früh als spät – und zwar gemeinsam!

Wir werden am 14.9. in die sächsische Provinz fahren und ein klares unmissverständliches Zeichen setzen. Mit Rassist_innen diskutieren wir nicht, egal wie sehr sie sich auch verstellen!

Zusammen gegen Rassismus kämpfen!

Weitere Infos zur Antifa Demo findet ihr hier!