Bericht zur diesjährigen LLL-Demonstration


100 Jahre Ver­rat – 100 Jahre Wi­der­stand! Kämp­fe­ri­scher re­vo­lu­tio­nä­rer Block auf der tra­di­tio­nel­len Lieb­knecht-​Lu­xem­burg-​Le­nin-​De­mons­tra­ti­on!

Auch in die­sem Jahr be­tei­lig­te sich das re­vo­lu­tio­nä­re 3a[*]-​Bünd­nis mit einem Block an der tra­di­tio­nel­len Lieb­knecht-​Lu­xem­burg-​Le­nin-​De­mons­tra­ti­on. Dem Auf­ruf des Bünd­nis­ses folg­ten ca. 400 Men­schen, die unter re­vo­lu­tio­nä­ren, an­ti­im­pe­ria­lis­ti­schen und an­ti­mi­li­ta­ris­ti­schen Pa­ro­len auf die Stra­ße in Ge­den­ken an die Er­mor­de­ten und Ge­fal­le­nen gin­gen. Dabei wurde deut­lich, dass die er­mor­de­ten und ge­fal­le­nen Re­vo­lu­tio­nä­re in un­se­rem heu­ti­gen Kampf eine wich­ti­ge Rolle spie­len. Nicht nur ihre theo­re­ti­sche Ar­beit zu Krieg, Krise, Ka­pi­ta­lis­mus und zur Rolle der So­zi­al­de­mo­kra­tie bie­tet einen wich­ti­gen Be­zugs­punkt in der re­vo­lu­tio­nä­ren Ar­beit. Auch ihr po­li­ti­sches, mi­li­tan­tes Wir­ken und ihre re­vo­lu­tio­nä­re Hal­tung ge­gen­über den staat­li­chen Re­pres­si­ons­or­ga­nen – sei es im Ge­fäng­nis und Zucht­haus, sei es auf der Stra­ße – ist uns auch heute ein Vor­bild.

Der Aus­druck des Blocks zeig­te – ent­spre­chend des Auf­rufs – eine klare Hal­tung ge­gen­über ka­pi­ta­lis­ti­scher Aus­beu­tung und Kri­sen, im­pe­ria­lis­ti­schen Krie­gen – ge­ra­de 2014, 100 Jahre nach Aus­bruch des ers­ten im­pe­ria­lis­ti­schen Welt­krie­ges – und der Not­wen­dig­keit des re­vo­lu­tio­nä­ren Um­stur­zes der ka­pi­ta­lis­ti­schen Ord­nung auf dem Weg zur Be­frei­ung der Mensch­heit. In Pa­ro­len und Re­de­bei­trä­gen wurde po­si­tiv Bezug ge­nom­men zu den welt­wei­ten Be­frei­ungs­kämp­fen der vom Im­pe­ria­lis­mus Un­ter­drück­ten, ins­be­son­de­re zur de­mo­kra­ti­schen Re­vo­lu­ti­on des kur­di­schen Volkes in Ro­ja­va. The­ma­ti­siert wurde auch die Re­pres­si­on gegen linke, re­vo­lu­tio­nä­re und an­ti­fa­schis­ti­sche Struk­tu­ren – ak­tu­ell am Bei­spiel eines in­haf­tier­ten An­ti­fa­schis­ten aus Ber­lin.

Am Fried­hof der Re­vo­lu­tio­nä­re, wo sich das Grab der Bei­den be­fin­det, wurde deut­lich, dass wir heute nicht bei stum­mer Trau­er ste­hen blei­ben dür­fen, son­dern sie in kämp­fe­ri­sche Wut um­wan­deln müs­sen, um das Wir­ken der Ge­fal­le­nen wei­ter zu füh­ren.

Ge­stört wurde der Ge­denk­tag auf dem Fried­hof je­doch nun zum zwei­ten Jahr in Folge durch die mas­si­ve Po­li­zei­prä­senz auf dem kom­plet­ten Fried­hofs­ge­län­de, in­klu­si­ve Ab­fil­men be­stimm­ter Teile der De­mons­tra­ti­on. Für uns ist es un­halt­bar und mas­siv zu kri­ti­sie­ren, dass sich deut­sche Re­pres­si­ons­or­ga­ne auf dem Fried­hof der So­zia­lis­ten be­fin­den und fak­tisch auf ihren Grä­bern herum lau­fen. Wir dür­fen uns diese Pro­vo­ka­ti­on nicht ge­fal­len las­sen und müs­sen gegen das Ein­drin­gen deut­scher Bul­len – Re­prä­sen­tan­ten des Staa­tes, den Rosa und Karl ab­schaf­fen woll­ten – auf un­se­re Ge­denk­stät­ten vor­ge­hen. Wir kri­ti­sie­ren auch die Ver­an­stal­ter der De­mons­tra­ti­on, die die­ses Vor­ge­hen der deut­schen Re­pres­si­ons­or­ga­ne zu­lie­ßen und nicht be­kämpf­ten.

Unser Ge­den­ken an die er­mor­de­ten Re­vo­lu­tio­nä­re wird auch nächs­tes Jahr fort­ge­führt, trotz aller staat­li­chen Pro­vo­ka­ti­on und ver­such­ter Ein­schrän­kun­gen. In die­sem Sinne las­sen wir Rosa Lu­xem­burg spre­chen: „Diese Zei­chen der immer stär­ker wer­den­den Re­ak­ti­on geben uns die Lehre, dass wir un­se­re Auf­merk­sam­keit ver­dop­peln und dass wir zum An­griff über­ge­hen müs­sen.“

Fotos des Wo­chen­en­des gibt’s hier und hier!